{"id":4070,"date":"2015-06-29T16:48:34","date_gmt":"2015-06-29T15:48:34","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.olivierotoscanistudio.com\/?p=4070"},"modified":"2015-06-29T16:48:34","modified_gmt":"2015-06-29T15:48:34","slug":"benetton-fotograf-toscani-pullover-sind-mir-scheisegal-interview-in-german-spiegel-de-29-06-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.olivierotoscanistudio.com\/?p=4070","title":{"rendered":"Benetton-Fotograf Toscani: &#8220;Pullover sind mir schei\u00dfegal!&#8221; (interview in German spiegel.de \/ 29.06.2015)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Darf man mit Aidskranken und \u00f6lverschmierten Enten f\u00fcr Klamotten werben? 1995 verbot der BGH drei Benetton-Motive. &#8220;Tattergreise!&#8221;, schimpft Fotograf Oliviero Toscani &#8211; und verr\u00e4t, warum die Welt ihm, dem K\u00fcnstler, zu Dank verpflichtet sein muss.<\/strong> Ein Interview von Katja Iken<\/p>\n<p><b>einestages:<\/b> Herr Toscani, welche Schuhgr\u00f6\u00dfe tragen Sie?<\/p>\n<p><b>Toscani:<\/b> 44. Warum?<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Die Interview-Fragen einer Kollegin haben Sie 2009 so aufgeregt, dass Sie ihr vorschlugen, nach der Gr\u00f6\u00dfe Ihrer Schuhe zu fragen, mit der Sie der Welt gern in den Hintern treten m\u00f6chten.<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Ach so (lacht). Naja. Zeitungen sind halt wie Eisdielen. Und Ihr Journalisten seid die Eisverk\u00e4ufer, die oft zu platte Wahrheiten verkaufen, dumme Fragen stellen.<\/p>\n<p><b>einestages:<\/b> Schauen wir mal, wie weit wir kommen. Wann hatten Sie das erste Mal eine Kamera in der Hand?<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Ich war f\u00fcnf, als mein Vater mir eine schenkte. Es war eine &#8220;Ferrania Rondine&#8221;.<\/p>\n<div id=\"spezial_teaser\" class=\"adition\" data-position=\"spezial_teaser\"><\/div>\n<p><b>einestages: <\/b>Ihr Vater war Fotojournalist f\u00fcr den &#8220;Corriere della Sera&#8221;. Er hat gro\u00dfen Mut bewiesen &#8211; etwa mit dem Schnappschuss des pinkelnden Diktators Benito Mussolini. Warum sind Sie nicht in seine Fu\u00dfstapfen getreten anstatt f\u00fcr die Werbung zu arbeiten?<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Ich bin kein Werbe-Fotograf! Ist das klar? Haben Sie jemals von mir ein Foto von Keksen, Autos oder Kleidungsst\u00fccken gesehen? Nie! Pullover sind mir schei\u00dfegal. Das ganze System Werbung ist ein System von Idioten, gemacht f\u00fcr Idioten. Die machen leere Versprechen und schlagen Profit aus der menschlichen Schw\u00e4che. Aus dem Prinzip der Verf\u00fchrung. Aus allem, was absurd ist.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Aber Sie k\u00f6nnen ein System doch nicht verurteilen, von dem Sie wunderbar gelebt haben.<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Wie bitte? <i>Die<\/i> haben gut von <i>mir <\/i>gelebt! Ich war sehr gro\u00dfz\u00fcgig mit der Werbung. Ich habe vielen Werbern beigebracht, weniger dumm zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Zur\u00fcck zur Frage: Warum sind Sie kein Fotojournalist geworden?<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>So war ich freier &#8211; und habe die Welt viel mehr beeinflusst. Wissen Sie: Es gibt nichts Einfacheres als Kriegsberichterstatter zu sein. Man kommt hin und alles ist schon da: Blut, Rauch, Feuer, Tote. Man muss nur noch auf den Ausl\u00f6ser dr\u00fccken. Was ein Henri Cartier-Bresson gemacht hat, war das einfachste der Welt.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Wie bitte?<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Solche Fotos knipst man doch sonntags. Mein Beruf ist hingegen einer, der mit Vorstellungskraft zu tun hat. Ein kreativer Prozess. Was ich mache, ist Kunst. Eine Gegenkultur zur herk\u00f6mmlichen Werbung.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Fand ihr Vater das auch? Ihren ersten Skandal hat er ja noch mitbekommen.<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>1974 fotografierte ich den Hintern meiner damaligen Freundin, der in einer Jeans-Hotpants der Marke &#8220;Jesus&#8221; steckte. Mein Vater fand das gut. Er war gl\u00fccklich, dass ich verstanden hatte, wie Kommunikation funktioniert.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Auf dem notd\u00fcrftig verh\u00fcllten Po prangte das Bibelwort: &#8220;Wer mich liebt, der folge mir nach&#8221;, Feministinnen und Gl\u00e4ubige waren au\u00dfer sich. Machen Sie sich gern Feinde?<\/p>\n<p><b>Toscani:<\/b> Kritik ist doch immer interessant. Das Problem beginnt, wenn einer mir sagt: Du hast recht. Dann denke ich sofort: Irgendwas habe ich falsch gemacht.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Die provokanten Benetton-Kampagnen haben die Frage aufgeworfen: Wie weit darf Werbung gehen?<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Ach Quatsch. Was hei\u00dft denn hier Werbung? Werbung ist alles und darf alles! Auch die Sixtinische Kapelle ist Werbung. Geschaffen von Michelangelo: einem Genie, der im \u00dcbrigen nicht mal an seinen Arbeitgeber, die Kirche, glaubte.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Sprechen wir \u00fcber Ihre Benetton-Motive. Woher stammt die Kampfmontur des toten kroatischen Soldaten?<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Ich fragte beim Deutschen Roten Kreuz nach und auch in Jugoslawien. Im Februar 1994 erhielt ich ein Paket. Der Vater von Marinko Grago stellte mir die Kleidung seines gefallenen Sohnes zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Warum die blutbesudelte Kampfmontur, das T-Shirt mit dem Einschussloch? Die Menschen waren entsetzt.<\/p>\n<p><b>Toscani:<\/b> Klar. Ich zeigte einen Krieg, den keiner wahrhaben wollte, obwohl er sich mitten in Europa abspielte. Und wie stelle ich ein solches Problem dar? Ich pr\u00e4sentiere die Kleidung ohne den K\u00f6rper. Die Kampfmontur ist ein Symbol.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Genau wie der Hintern mit der T\u00e4towierung &#8220;H.I.V. positive&#8221;. Was haben Sie damals den Aids-Aktivisten entgegnet, die Ihnen vorwarfen, die Krankheit zu verh\u00f6hnen?<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Aids-Aktivist oder Schwarzer zu sein, bedeutet noch nicht automatisch, dass Du immer Recht hast. Die Leute sollten mir dankbar sein f\u00fcr den Diskurs, den ich angesto\u00dfen habe.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Was sagen Sie zu dem Vorwurf, Profit aus dem menschlichen Elend ziehen zu wollen? 1995 kassierte der deutsche Bundesgerichtshof drei Ihrer Motive mit der Begr\u00fcndung, sie seien sitten- und wettbewerbswidrig.<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Zensur hat sich immer als idiotisch erwiesen. Ich habe nie die Misere vermarktet. Genauso wenig, wie das ein Arzt tut, der davon lebt, andere Menschen vom Krebs zu heilen. Mein Anliegen war es, Tabus aufzugreifen, die viele Menschen bewegen.<\/p>\n<p><b>einestages:<\/b> Manche Fotos stammen gar nicht von Ihnen, sondern von Reportern, etwa die Aufnahme des sterbenden Aidskranken. Wie haben Sie die Fotografen davon \u00fcberzeugt, ihre Werke zu kommerziellen Zwecken zu benutzen?<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Die Leute haben Geld bekommen, manche auch viel (lacht). Sie waren einverstanden mit meinem Prinzip: Ich habe kaum beachtete Fotos im Kontext der Werbung zitiert &#8211; und pl\u00f6tzlich haben alle hingeschaut. Der Bildhauer Michelangelo hat auf der von ihm entworfenen Piazza del Campidoglio in Rom ja auch keine selbst geschaffene Statue aufgestellt, sondern eine r\u00f6mische.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>1996 haben Sie die Mitarbeiter von Benetton in Zwangsjacken gesteckt und abgelichtet. Eine Art \u00f6ffentlicher Kniefall?<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Im Gegenteil! Das Ganze war eine reine Spa\u00df-Aktion. Wir wollten eine gro\u00dfe, exzentrische Familie zeigen.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Im Jahr 2000 schockierten Sie die \u00d6ffentlichkeit mit Plakaten von zum Tode verurteilten US-H\u00e4ftlingen. Wie war es, die Menschen in den Gef\u00e4ngnissen zu fotografieren?<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Es glich einer Zeitreise ins Mittelalter, das war eine sehr wichtige Erfahrung f\u00fcr mich. Ich habe drei Jahre daf\u00fcr gebraucht.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Wie haben die Todeskandidaten reagiert, als sie erfuhren, dass ihr Konterfei demn\u00e4chst f\u00fcr Strickwaren wirbt?<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Mamma Mia, hier geht es doch nicht um Klamotten! Die Firma Benetton war Sponsor des Projekts, mehr nicht. Und die Todeskandidaten haben sich \u00fcber Besuch gefreut. In einer solchen Situation spendet es Trost, wenn jemand sich f\u00fcr dich interessiert.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Seit jener Kampagne gehen Sie und Benetton getrennte Wege. Passen Kommerz und Provokation doch nicht zusammen?<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Ich hatte bereits drei Jahre zuvor entschieden zu gehen. Es war an der Zeit, neue Dinge anzupacken\u2026<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>\u2026um auf andere Weise die Welt zu ver\u00e4ndern?<\/p>\n<p><b>Toscani:<\/b> Ich will doch nicht die Welt ver\u00e4ndern! Ich mache das, was ich machen m\u00f6chte und basta. Wenn die Menschen meine Aktionen n\u00fctzlich finden, sollen sie dr\u00fcber reden. Wenn nicht, sollen sie zur H\u00f6lle fahren!<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Warum immer diese Wut? Ist das Ihr Motor?<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Welche Wut? Ich am\u00fcsiere mich doch nur.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Sie haben sich eine Zeitlang politisch f\u00fcr die italienischen Radikalen engagiert. Warum nicht mehr?<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Man verliert nur Zeit. Das System basiert auf Kompromissen, auf Mittelm\u00e4\u00dfigkeit. Und ich hasse Mittelm\u00e4\u00dfigkeit.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Ihre Lust am Skandal hat Sie auch nach der Benetton-Phase nicht verlassen. 2007 haben Sie Isabelle Caro abgelichtet, 1,64 Meter gro\u00df &#8211; und 31 Kilo leicht.<\/p>\n<p><b>Toscani:<\/b> Ich habe nicht <i>sie<\/i> fotografiert, sondern ein Ph\u00e4nomen. Ich wollte auf das Problem Anorexie aufmerksam machen. H\u00e4tte ich der Frau nur eine Maske aufgesetzt.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Damals warf Caro Ihnen vor, sie f\u00fcr Ihre Zwecke ausgenutzt zu haben. Was haben Sie geantwortet?<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Sie hat mir nie irgendetwas vorgeworfen. Ich habe sie doch ber\u00fchmt gemacht. Vielleicht habe ich sogar ihr Leben ein wenig verl\u00e4ngert.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Selbstkritik ist nicht so Ihr Ding, oder?<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Au\u00dfer, dass ich mit meinen Aktionen noch weiter h\u00e4tte gehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>einestages: <\/b>Sie hatten niemals Zweifel bei dem, was Sie taten?<\/p>\n<p><b>Toscani: <\/b>Doch, st\u00e4ndig. Zweifel sind extrem wichtig &#8211; um \u00fcberwunden zu werden. Langfristig hat mir der Erfolg Recht gegeben. Ich habe Euer Herz und Euer Hirn ber\u00fchrt. Sogar das von den hohen deutschen Richtern, diesen Tattergreisen! Oder regt sich in Deutschland heute noch jemand \u00fcber eine VW-Werbung von vor 20 Jahren auf?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-2.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" &quot;Keusch, aber nicht sehr keusch&quot;:  Das Kampagnenmotiv der k\u00fcssenden Nonne und...\" src=\"http:\/\/cdn2.spiegel.de\/images\/image-864255-galleryV9-djok.jpg\" alt=\" &quot;Keusch, aber nicht sehr keusch&quot;:  Das Kampagnenmotiv der k\u00fcssenden Nonne und...\" width=\"850\" height=\"589\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">picture alliance\/ The Advertising Archives<\/div>\n<\/div>\n<p><b>&#8220;Keusch, aber nicht sehr keusch&#8221;:<\/b> Das Kampagnenmotiv der k\u00fcssenden Nonne und des jungen Geistlichen stammt aus der Benetton-Kampagne zur Herbst- und Winterkollektion 1991-1992. &#8220;Keusch, aber nicht sehr keusch&#8221;, beschrieb die italienische Wochenzeitschrift &#8220;L&#8217;Espresso&#8221; damals den Schmatzer, der Gl\u00e4ubige in aller Welt emp\u00f6rte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-3.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" &quot;Skandal\u00f6s&quot;:  Ein Baby, mit Blut und der sogenannten K\u00e4seschmiere bedeckt -...\" src=\"http:\/\/cdn1.spiegel.de\/images\/image-864260-galleryV9-gawr.jpg\" alt=\" &quot;Skandal\u00f6s&quot;:  Ein Baby, mit Blut und der sogenannten K\u00e4seschmiere bedeckt -...\" width=\"850\" height=\"660\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">AFP<\/div>\n<\/div>\n<p><b>&#8220;Skandal\u00f6s&#8221;:<\/b> Ein Baby, mit Blut und der sogenannten K\u00e4seschmiere bedeckt &#8211; f\u00fcr jede Hebamme ein ganz normaler Anblick. Doch sorgte auch diese Benetton-Kampagne 1991 international f\u00fcr Entr\u00fcstung. Die Worte &#8220;Boykott!&#8221; und &#8220;skandal\u00f6s&#8221; spr\u00fchte ein Gegner in Frankreich auf das Werbeplakat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-4.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" Wider den Golfkrieg:  Anfang 1991, zum Auftakt der &quot;Operation W\u00fcstensturm&quot;,...\" src=\"http:\/\/cdn4.spiegel.de\/images\/image-864257-galleryV9-fcod.jpg\" alt=\" Wider den Golfkrieg:  Anfang 1991, zum Auftakt der &quot;Operation W\u00fcstensturm&quot;,...\" width=\"850\" height=\"555\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">picture alliance\/ The Advertising Archives<\/div>\n<\/div>\n<p><b>Wider den Golfkrieg:<\/b> Anfang 1991, zum Auftakt der &#8220;Operation W\u00fcstensturm&#8221;, warb der Konzern Benetton mit dieser Aufnahme Oliviero Toscanis, die einen Soldatenfriedhof zeigt. Das Foto entstand auf einem der zahlreichen Soldatenfriedh\u00f6fe des Ersten Weltkriegs, gelegen am ehemaligen Frontabschnitt &#8220;Chemin des Dames&#8221;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-5.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" &quot;Zynisch, schamlos und gr\u00e4sslich&quot;:  Ein blutverschmiertes Hemd mit...\" src=\"http:\/\/cdn2.spiegel.de\/images\/image-864239-galleryV9-jxjj.jpg\" alt=\" &quot;Zynisch, schamlos und gr\u00e4sslich&quot;:  Ein blutverschmiertes Hemd mit...\" width=\"850\" height=\"584\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">REUTERS<\/div>\n<\/div>\n<p><b>&#8220;Zynisch, schamlos und gr\u00e4sslich&#8221;:<\/b> Ein blutverschmiertes Hemd mit Einschussloch, ein zerschnittener G\u00fcrtel, eine ebenfalls besudelte Camouflage-Hose &#8211; die Kleidung geh\u00f6rte dem 1994 im Bosnienkrieg erschossenen Kroaten Marinko Grago. Oliviero Toscani hatte die Kampfmontur laut Eigenaussage im Februar 1994 per Post vom Vater des Toten erhalten. Als &#8220;zynisch, schamlos und gr\u00e4sslich&#8221; verurteilte Volker Nickel, damals Sprecher des Deutschen Werberats, das doppelseitige Anzeigenmotiv.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-6.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" Juristisches Ping-Pong:  Ab Herbst 1993 sorgte Oliviero Toscani abermals f\u00fcr...\" src=\"http:\/\/cdn3.spiegel.de\/images\/image-864262-galleryV9-esic.jpg\" alt=\" Juristisches Ping-Pong:  Ab Herbst 1993 sorgte Oliviero Toscani abermals f\u00fcr...\" width=\"850\" height=\"565\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">Corbis<\/div>\n<\/div>\n<p><b>Juristisches Ping-Pong:<\/b> Ab Herbst 1993 sorgte Oliviero Toscani abermals f\u00fcr erhitzte Gem\u00fcter &#8211; mit dem Foto eines nackten Hinterns, auf den die Lettern &#8220;H.I.V. positive&#8221; t\u00e4towiert waren. Die Idee dazu kam Toscani in den USA: Dort hatte er eine TV-Reportage \u00fcber einen Jungen gesehen, der sich aus Protest gegen die Tabuisierung von Aids die Botschaft &#8220;HIV positive&#8221; auf den Arm t\u00e4towiert hatte und nackt zur Schule gegangen war. Nach einer Klage der Zentrale zur Bek\u00e4mpfung unlauteren Wettbewerbs verbot der Bundesgerichtshof am 6. Juli 1995 nicht nur das &#8220;HIV&#8221;-Motiv&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-7.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"...und jenes der \u00f6lverschmierten Ente, sondern auch...\" src=\"http:\/\/cdn4.spiegel.de\/images\/image-864253-galleryV9-wjmn.jpg\" alt=\"...und jenes der \u00f6lverschmierten Ente, sondern auch...\" width=\"850\" height=\"658\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">picture alliance\/ The Advertising Archives<\/div>\n<\/div>\n<p>&#8230;und jenes der \u00f6lverschmierten Ente, sondern auch&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-8.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"...die Benetton-Anzeige mit den schwer arbeitenden Kindern. Die Begr\u00fcndung aus...\" src=\"http:\/\/cdn4.spiegel.de\/images\/image-864247-galleryV9-rimm.jpg\" alt=\"...die Benetton-Anzeige mit den schwer arbeitenden Kindern. Die Begr\u00fcndung aus...\" width=\"850\" height=\"584\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">DPA<\/div>\n<\/div>\n<p>&#8230;die Benetton-Anzeige mit den schwer arbeitenden Kindern. Die Begr\u00fcndung aus Karlsruhe: Die drei Motive n\u00fctzten Gef\u00fchle des Mitleids f\u00fcr kommerzielle Zwecke aus und seien daher sitten- und wettbewerbswidrig. Auf das Verbot hin legte der Verlag Gruner + Jahr Verfassungsbeschwerde ein. Ende 2000 entschied das Bundesverfassungsgericht (Foto) und hob die Urteile auf, weil sie den Verlag in seiner Pressefreiheit verletzten. Der Fall ging zur\u00fcck an den BGH, der das &#8220;HIV&#8221;-Motiv erneut verbot. Erneut legte Gruner + Jahr Verfassungsbeschwerde ein &#8211; 2003 nahm die Zentrale zur Bek\u00e4mpfung unlauteren Wettbewerbs die Klage schlie\u00dflich zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-9.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" &quot;Wir haben uns der Macht Benettons bedient&quot;:  Das Foto des US-amerikanischen...\" src=\"http:\/\/cdn2.spiegel.de\/images\/image-864235-galleryV9-wndo.jpg\" alt=\" &quot;Wir haben uns der Macht Benettons bedient&quot;:  Das Foto des US-amerikanischen...\" width=\"850\" height=\"572\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">REUTERS<\/div>\n<\/div>\n<p><b>&#8220;Wir haben uns der Macht Benettons bedient&#8221;:<\/b> Das Foto des US-amerikanischen Aidskranken David Kirby, der am 5. November 1990 im Kreise seiner Familie starb, stammt urspr\u00fcnglich von der Fotografin Therese Frare &#8211; Oliviero Toscani erwarb f\u00fcr Benetton nur die Rechte. Die im Februar 1992 ver\u00f6ffentlichte Benetton-Kampagne sorgte weltweit f\u00fcr Entsetzen, die \u00d6ffentlichkeit warf dem Strickwarenkonzern vor, das Leid der Kirbys kommerziell auszunutzen. Die Familie des Aidskranken indes vertrat eine ganz andere Ansicht: &#8220;Wir haben uns der Macht und der Popularit\u00e4t Benettons bedient, damit die \u00d6ffentlichkeit aller L\u00e4nder diese f\u00fcrchterliche und unbekannte Krankheit, der niemand ins Gesicht zu schauen wagt, endlich zur Kenntnis nimmt und dar\u00fcber spricht&#8221;, sagte der Vater Kirbys damals.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-10.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" Blutrache in Palermo:  Auch dieses Foto stammt nicht von Oliviero Toscani,...\" src=\"http:\/\/cdn1.spiegel.de\/images\/image-864258-galleryV9-ywkd.jpg\" alt=\" Blutrache in Palermo:  Auch dieses Foto stammt nicht von Oliviero Toscani,...\" width=\"850\" height=\"590\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">picture alliance\/ The Advertising Archives<\/div>\n<\/div>\n<p><b>Blutrache in Palermo:<\/b> Auch dieses Foto stammt nicht von Oliviero Toscani, sondern von Magnum-Fotograf Franco Zecchin. Es entstand 1983 und zeigt den Sizilianer Benedetto Grado, bei den Frauen auf der Aufnahme handelt es sich um Mutter und Schwester des Toten. Zecchin war damals mit der kommerziellen Umwidmung seines Fotos einverstanden: &#8220;F\u00fcr mich ist wichtig, dass nicht in Vergessenheit ger\u00e4t, was passiert ist, dass es die jungen Menschen wissen. Insofern ist es n\u00fctzlich gewesen, dass das Foto auf gro\u00dfen Werbefl\u00e4chen abgebildet war&#8221;, so Zecchin im Interview. Die Tochter des Toten hingegen verklagte Benetton.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-11.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" F\u00fcr ein friedliches Miteinander:  Eine junge Israelin k\u00fcsst einen...\" src=\"http:\/\/cdn4.spiegel.de\/images\/image-865973-galleryV9-ebga.jpg\" alt=\" F\u00fcr ein friedliches Miteinander:  Eine junge Israelin k\u00fcsst einen...\" width=\"397\" height=\"600\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">DPA<\/div>\n<\/div>\n<p><b>F\u00fcr ein friedliches Miteinander:<\/b> Eine junge Israelin k\u00fcsst einen Pal\u00e4stinenser &#8211; dieses Foto nahm Oliviero Toscani f\u00fcr den 1998 erschienenen Benetton-Modekatalog (Fr\u00fchjahr\/Sommer) auf. Mit Motiven wie diesen warb der italienische Konzern damals laut Presseabteilung f\u00fcr eine &#8220;friedliche Ko-Existenz in Israel&#8221;. Das abgelichtete Paar heiratete kurze Zeit nach der Aufnahme.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-12.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" &quot;In Wirklichkeit Engel&quot;:  1998 sorgte Fotograf Oliviero Toscani mit dem von...\" src=\"http:\/\/cdn2.spiegel.de\/images\/image-864265-galleryV9-btnh.jpg\" alt=\" &quot;In Wirklichkeit Engel&quot;:  1998 sorgte Fotograf Oliviero Toscani mit dem von...\" width=\"462\" height=\"600\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">picture alliance\/ The Advertising Archives<\/div>\n<\/div>\n<p><b>&#8220;In Wirklichkeit Engel&#8221;:<\/b> 1998 sorgte Fotograf Oliviero Toscani mit dem von ihm entworfenen Benetton-Werbekatalog f\u00fcr eine Kontroverse, in der Kinder mit Trisomie 21 (Down-Syndrom) gezeigt wurden. &#8220;Ich glaube, dass die behinderten Kinder und Erwachsenen in Wirklichkeit Engel sind&#8221;, hie\u00df es damals im Katalog-Text.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-13.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" Vereinigte Farben von Benetton:  Ein wei\u00dfes Baby, das von einer schwarzen Frau...\" src=\"http:\/\/cdn2.spiegel.de\/images\/image-864251-galleryV9-iiif.jpg\" alt=\" Vereinigte Farben von Benetton:  Ein wei\u00dfes Baby, das von einer schwarzen Frau...\" width=\"850\" height=\"635\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">picture alliance\/ The Advertising Archives<\/div>\n<\/div>\n<p><b>Vereinigte Farben von Benetton:<\/b> Ein wei\u00dfes Baby, das von einer schwarzen Frau gestillt wird &#8211; mit dieser &#8220;United-Colors&#8221;-Werbekampagne trat Benetton im Jahr 1989 die ersten gro\u00dfen Debatten los. Vor allem in den USA sorgte diese Aufnahme f\u00fcr enormen Protest. Die Menschen warfen Oliviero Toscani vor, &#8220;rassistische&#8221; Werbung zu betreiben, indem er das alte Kolonialklischee der schwarzen Amme idealisiere &#8211; dabei hatte der Fotograf genau das Gegenteil beabsichtigt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-14.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" &quot;Wer mich liebt, der folge mir nach&quot;:  Mit dieser Werbung von 1974 brachte...\" src=\"http:\/\/cdn1.spiegel.de\/images\/image-864250-galleryV9-jonz.jpg\" alt=\" &quot;Wer mich liebt, der folge mir nach&quot;:  Mit dieser Werbung von 1974 brachte...\" width=\"404\" height=\"600\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">Corbis<\/div>\n<\/div>\n<p><b>&#8220;Wer mich liebt, der folge mir nach&#8221;:<\/b> Mit dieser Werbung von 1974 brachte Oliviero Toscani einst Feministinnen wie Gl\u00e4ubige gegen sich auf. Es zeigt einen nur notd\u00fcrftig verh\u00fcllten weiblichen Po, der f\u00fcr Jeans der italienischen Marke &#8220;Jesus&#8221; wirbt. Der Reklametext f\u00fcr die Christenhose greift das Bibel-Wort auf und lautet: &#8220;Wer mich liebt, der folge mir nach.&#8221; Ein weiterer Slogan der Kampagne: &#8220;Du sollst keine anderen Jeans haben neben mir.&#8221; 2012 erschien ein Buch Toscanis mit diesem Cover &#8211; und dem Titel &#8220;Moriremo eleganti&#8221; (&#8220;Wir werden elegant sterben&#8221;).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-15.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" Nein zur Anorexie:  2007 lichtete Oliviero Toscani die Franz\u00f6sin Isabelle Caro...\" src=\"http:\/\/cdn2.spiegel.de\/images\/image-864259-galleryV9-dbpa.jpg\" alt=\" Nein zur Anorexie:  2007 lichtete Oliviero Toscani die Franz\u00f6sin Isabelle Caro...\" width=\"850\" height=\"612\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">AFP<\/div>\n<\/div>\n<p><b>Nein zur Anorexie:<\/b> 2007 lichtete Oliviero Toscani die Franz\u00f6sin Isabelle Caro ab, die unter Anorexie litt. Auf dem stark umstrittenen Plakat prangte der Slogan &#8220;No-Anorexia&#8221; (&#8220;Nein zur Magersucht&#8221;) &#8211; in Anlehnung an den Namen des italienischen Modelabels &#8220;Nolita&#8221;. Toscani und Nolita wollten damit ein Zeichen gegen Anorexie setzen. W\u00e4hrend zahlreiche Gesundheitsexperten in Italien damals einen Nachahmungseffekt prophezeiten, bef\u00fcrwortete die damalige Gesundheitsministerin Livia Turco die Kampagne. Caro starb 2010 an einer Lungenentz\u00fcndung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-16.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" Unter der G\u00fcrtellinie:  1993 tapezierte Oliviero Toscani auf der Biennale von...\" src=\"http:\/\/cdn4.spiegel.de\/images\/image-864263-galleryV9-tvrz.jpg\" alt=\" Unter der G\u00fcrtellinie:  1993 tapezierte Oliviero Toscani auf der Biennale von...\" width=\"850\" height=\"566\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">Corbis<\/div>\n<\/div>\n<p><b>Unter der G\u00fcrtellinie:<\/b> 1993 tapezierte Oliviero Toscani auf der Biennale von Venedig gleich drei W\u00e4nde mit seinen &#8220;United Colors of Sexes&#8221;. Die Darstellung von 56 menschlichen Genitalien, ob hell oder dunkel, gro\u00df oder klein, rasiert oder zugewuchert, sorgte erwartungsgem\u00e4\u00df f\u00fcr einen Mix aus Unmut und Bewunderung. Einzig die franz\u00f6sische Zeitung &#8220;Lib\u00e9ration&#8221; ver\u00f6ffentlichte das Motiv damals als Werbeanzeige.<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-17.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" &quot;Zeitreise ins Mittelalter&quot;:  Bobby Lee Harris (l.) und Jerome Mallett (r.) -...\" src=\"http:\/\/cdn3.spiegel.de\/images\/image-864242-galleryV9-rndt.jpg\" alt=\" &quot;Zeitreise ins Mittelalter&quot;:  Bobby Lee Harris (l.) und Jerome Mallett (r.) -...\" width=\"850\" height=\"550\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">DPA<\/div>\n<\/div>\n<p><b>&#8220;Zeitreise ins Mittelalter&#8221;:<\/b> Bobby Lee Harris (l.) und Jerome Mallett (r.) &#8211; zwei der von Oliviero Toscani portr\u00e4tierten US-H\u00e4ftlinge, die zum Tode verurteilt worden waren. Die im Jahr 2000 lancierte Benetton-Kampagne gegen die Todesstrafe sorgte insbesondere in den USA f\u00fcr Emp\u00f6rung. Fotograf Toscani hatte f\u00fcr die Kampagne verschiedene Gef\u00e4ngnisse aufgesucht, die Erfahrung beschreibt er im einestages-Interview als &#8220;Zeitreise ins Mittelalter&#8221;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-18.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" Anti-Mafia-Statement oder Vermarktung von Leid?   1991 ver\u00f6ffentlichte...\" src=\"http:\/\/cdn3.spiegel.de\/images\/image-864256-galleryV9-vhyx.jpg\" alt=\" Anti-Mafia-Statement oder Vermarktung von Leid?   1991 ver\u00f6ffentlichte...\" width=\"850\" height=\"544\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">picture alliance\/ The Advertising Archives<\/div>\n<\/div>\n<p><b>Anti-Mafia-Statement oder Vermarktung von Leid?<\/b> 1991 ver\u00f6ffentlichte Benetton diese Aufnahme eines Autos, das vor einem italienischen Pizza-B\u00e4cker in Flammen aufgeht. Das Credo Oliviero Toscanis: &#8220;Ich kratze die \u00f6ffentliche Meinung dort, wo es sie juckt.&#8221;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-19.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" &quot;Ich bin nicht zynisch&quot;:  Firmenchef Luciano Benetton (l.) und Fotograf...\" src=\"http:\/\/cdn1.spiegel.de\/images\/image-864264-galleryV9-jffz.jpg\" alt=\" &quot;Ich bin nicht zynisch&quot;:  Firmenchef Luciano Benetton (l.) und Fotograf...\" width=\"850\" height=\"555\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">Corbis<\/div>\n<\/div>\n<p><b>&#8220;Ich bin nicht zynisch&#8221;:<\/b> Firmenchef Luciano Benetton (l.) und Fotograf Oliviero Toscani pr\u00e4sentieren zwei der umstrittenen Werbeplakate &#8211; das eine thematisiert das Fl\u00fcchtlingselend, das andere zeigt einen Soldaten, der hinter seinem R\u00fccken einen menschlichen Oberschenkelknochen h\u00e4lt. Den Vorwurf, aus dem Elend der Welt Profit schlagen zu wollen, negiert Toscani in seinem Buch &#8220;Die Werbung ist ein l\u00e4chelndes Aas&#8221; mit dem Satz: &#8220;Ich bin nicht zynisch, ich suche neue Ausdrucksmittel.&#8221;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-20.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" Verfall von Moral?  Ein schwarzer Hengst besteigt eine wei\u00dfe Stute - 1996...\" src=\"http:\/\/cdn3.spiegel.de\/images\/image-864246-galleryV9-urdi.jpg\" alt=\" Verfall von Moral?  Ein schwarzer Hengst besteigt eine wei\u00dfe Stute - 1996...\" width=\"850\" height=\"638\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">AP<\/div>\n<\/div>\n<p><b>Verfall von Moral?<\/b> Ein schwarzer Hengst besteigt eine wei\u00dfe Stute &#8211; 1996 versetzte Benetton mit diesem antirassistischen Anzeigenmotiv die Welt in Wallung. Zahlreiche Menschen f\u00fchlten sich von dem Anblick der sich paarenden Pferde provoziert &#8211; so auch der damalige B\u00fcrgermeister von Nizza, Jacques Peyrat. Er verbot die Werbung mit dem Hinweis, sie trage zum &#8220;Verfall von Moral und \u00f6ffentlicher Ordnung&#8221; bei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"biga-image\"><a title=\"Benetton-Werbung: Der kalkulierte Skandal\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/benetton-schockwerbung-fotograf-oliviero-toscani-fotostrecke-127838-21.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\" &quot;Ich bin kein Werbe-Fotograf!&quot; ,  betont Oliviero Toscani im...\" src=\"http:\/\/cdn2.spiegel.de\/images\/image-864249-galleryV9-erdy.jpg\" alt=\" &quot;Ich bin kein Werbe-Fotograf!&quot; ,  betont Oliviero Toscani im...\" width=\"850\" height=\"578\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"asset-credit\">Corbis<\/div>\n<\/div>\n<p><b>&#8220;Ich bin kein Werbe-Fotograf!&#8221;<\/b>, betont Oliviero Toscani im einestages-Interview. Ein Soldat mit gepunktetem Helm und einem von Wollstreifen umwickelten Gewehr vor kunterbuntem Stacheldraht &#8211; erneut machte Benetton im Jahr 1995 mit einem Antikriegs-Motiv Reklame f\u00fcr Strickwaren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>29.06.2015<\/p>\n<p>source:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/einestages\/benetton-schockwerbung-in-den-neunzigern-pullover-sind-mir-scheissegal-a-1040595.html\">spiegel.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Darf man mit Aidskranken und \u00f6lverschmierten Enten f\u00fcr Klamotten werben? 1995 verbot der BGH drei Benetton-Motive. &#8220;Tattergreise!&#8221;, schimpft Fotograf Oliviero Toscani &#8211; und verr\u00e4t, warum die Welt ihm, dem K\u00fcnstler, zu Dank verpflichtet sein muss. Ein Interview von Katja Iken<a class=\"more\" href=\"https:\/\/blog.olivierotoscanistudio.com\/?p=4070\">Leggi &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[31],"tags":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.olivierotoscanistudio.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4070"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.olivierotoscanistudio.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.olivierotoscanistudio.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.olivierotoscanistudio.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.olivierotoscanistudio.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4070"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blog.olivierotoscanistudio.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4070\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4073,"href":"https:\/\/blog.olivierotoscanistudio.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4070\/revisions\/4073"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.olivierotoscanistudio.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4070"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.olivierotoscanistudio.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4070"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.olivierotoscanistudio.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4070"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}